Gerätelose Kampftaucher in 2200m Höhe

Ein nicht ernst gemeinter Härtevergleich und ein bisschen Wehmut

Seitdem bekannt wurde, dass die Fidschi Inseln eventuell die österreichischen Truppen auf den Golan Höhen ersetzen könnten, hat meinereins das Interesse an dem kleinen Inselstaat gepackt. Ein paar interessante Fakten will ich kurz niederschreiben.

Die Fidschi Inseln geben 1,6 Prozent ihres BIPs für die Landesverteidigung aus. Österreich leistet sich 0,8 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleitung für seine Verteidigung. Nun ja, die Fidschis sind eben auch noch ein wenig kleiner als Österreich.

Obwohl die Fidschis das Doppelte an Wirtschaftsleitung in das Militär stecken, gelten auf den kleinen Südseeinseln 180.000 Mann als „fit for military service“. Im kleinen Alpenstaat sind es angeblich knapp 1,6 Millionen. Aber die CIA muss es ja wissen.

http://undof.unmissions.org/Default.aspx?tabid=9239&language=en-US

Bemerkenswert ist auch, dass die fidschianische Armee angeblich nur einen Hubschrauber und ein gepanzertes Fahrzeug unterhält, dafür aber schon mehrmals geputscht hat. Das kann ich mir nicht ganz vorstellen, liebe Wikipedia.

Dafür kann Österreich keine 300 wahrscheinlich top ausgebildete Marinesoldaten aufbieten. Ist aber relativ unnötig, seitdem der Eiserne Vorhang den Neusiedlersee nicht mehr teilt und meine Freunde und ich ungehindert nach Fertőrákos segeln dürfen. Ein nettes Örtchen übrigens.

Politisch brisanter als die Zahlenvergleiche ist, dass die fidschianische Regierung heute in zwei Wochen, am 27. Juni, dem russischen Präsidenten einen Besuch abstatten wird.

Es liegt mir fern einen Zusammenhang herzustellen zwischen einem wahrscheinlich bereits lange geplanten Staatsbesuch und einen möglichen Engagement der Fidschi Inseln an der UNDOF am Golan. Bemerkenswert ist es trotzdem.

Die diplomatische Agenda mag eventuell ein wenig abgeändert werden. Ein Schelm, wer Böses denkt, aber der Staatsbesuch mag wohl abgesagt werden oder in begrenztem Rahmen stattfinden. Zu unangenehm wäre der Beigeschmack.

http://undof.unmissions.org/Default.aspx?tabid=9239&language=en-US

Die Fidschis unterstützen einige Auslandsmissionen im Rahmen der UN. Es wäre nicht überraschend, wenn die Insulaner die abziehenden Truppen (möglicherweise mit anderen Staaten) am Golan ersetzen würden. Das mit den Menschenrechten sollten sie noch besser  machen, sagt Human Right Watch.

The government of Fiji should end human rights abuses that threaten to undermine the legitimacy of the process begun to draft a new constitution, Human Rights Watch and the International Trade Union Confederation (ITUC) said today in a letter to Prime Minister Josaia Voreqe Bainimarama. Fiji’s interim government announced in March the beginning of long-promised consultations on a new constitution, an important first step toward 2014 elections.

Dem vierzig Jahre lang dauernden österreichischen Auslandsengagement in einem der politisch schwierigsten Gebiete der Welt erweise ich Dank, Anerkennung und Respekt. Das österreichische Bundesheer hat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Über die tatsächlichen Bedrohungslagen und deren Details wird man wohl erst in geraumer Zeit erfahren. Das politische Urteil mag ein anderes sein als das militärische. Vor allem das außenpolitische.

PS: Wie siehts eigentlich mit Schweden aus? Machen die jetzt mit?

Fiji Government Online
UNDOF
Republic of Fiji Military Forces

Fotos:UNDOF/Tom Zoehrer

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